Equal-Pay-Day

MORGEN gibt’s den

Infos hier und hier:

Schwerpunkt des nächsten Aktionstags für gleiche Bezahlung für Frauen und Männer ist die Lohnsituation in den Gesundheitsberufen. Unter dem Motto „Viel Dienst – wenig Verdienst“ wird es darum gehen, nachhaltige Lösungen für einen Berufszweig aufzuzeigen, der in unserer alternden Gesellschaft zunehmend an Bedeutung gewinnt, dessen überwiegend weibliche Beschäftigte aber nach wie vor am unteren Rand der Gehaltsstatistiken zu finden sind.

Die schlechtere Bezahlung von frauendominierten Berufen ist eine wesentliche Ursache für den bestehenden statistischen Entgeltunterschied von 22 Prozent.

„Lohnunterschiede zwischen Frauen und Männern sind ein Indiz für soziale Ungerechtigkeit, sie gefährden den sozialen Zusammenhalt und damit eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung“, erklärte Henrike von Platen, Präsidentin des BPW Germany, anlässlich des Kampagnenstarts am 4. Juni 2012. In der Gesundheitsbranche sind die Verdienstmöglichkeiten für Frauen vergleichsweise schlecht. So verdienen Medizinische Fachangestellte (ehemals Arzthelferinnen) 11,36 Euro und Altenpflegerinnen 14,92 Euro brutto pro Stunde, während Speditionskaufmänner im Durchschnitt 16,79 Euro oder Abfallbeseitiger (darunter ungelernte Straßenreiniger) 14,28 Euro brutto in der Tasche haben. „Eine nachhaltige und zukunftsfähige Gesellschaft braucht gleiche Einkommenschancen für Frauen und Männer. Es kann nicht sein, dass typische Frauenberufe beim Verdienst und später bei der Rente das Nachsehen haben“, so von Platen weiter.

Alarmierend ist die finanzielle Situation besonders bei den Hebammen: Laut einer aktuellen Untersuchung des IGES Instituts arbeiten 70 Prozent der angestellten Hebammen in Teilzeit bei einem durchschnittlichen Bruttostundenverdienst von 15,04 Euro. Um wirtschaftlich über die Runden zu kommen, arbeiten sie meist freiberuflich nebenher: Das erklärt den Befund, dass drei Viertel aller Hebammen entweder ausschließlich oder zumindest auch freiberuflich auf Honorarbasis arbeiten. Die hohe Prämie für die Berufshaftpflichtversicherung und der enge Honorarrahmen lassen existenzsichernde Einkünfte nicht erwarten.

Selbst im relativ gut bezahlten ÄrztInnenberuf gibt es geschlechtsspezifische Ungleichheiten: Während unter den ChefärztInnen vor allem Männer zu finden sind, arbeiten Ärztinnen meist als Stationsärztin und sehen ungünstigen Entwicklungsperspektiven entgegen – beim beruflichen Aufstieg ebenso wie beim Einkommen. Hinzu kommt, dass in den besonders gut dotierten Fachrichtungen (wie Radiologie) überwiegend Ärzte zu finden sind, während die Fachrichtungen mit hohem Frauenanteil (KinderärztInnen, GynäkologInnen) über deutlich schlechtere Honorare verfügen.

Die Ursachen für den Gender Pay Gap sind vielfältig und verstärken sich gegenseitig. Zwei Drittel der statistischen Lohnlücke entstehen laut „Destatis“ unter anderem durch die schlechtere Bewertung und Bezahlung frauendominierter Berufe oder den hohen Anteil von Frauen im Niedriglohnsektor. Darüber hinaus fehlen Frauen in bestimmten Branchen und Berufen und in Führungspositionen. Rund ein Fünftel aller erwerbstätigen Frauen sind bereits Familienernährerinnen und als solche auf ein existenzsicherndes Gehalt und eine angemessene Rente angewiesen.

Der nächste Equal Pay Day wird am 21. März 2013 stattfinden. Er markiert den Tag, bis zu dem Frauen nach Ablauf eines Jahres länger arbeiten müssen, um das durchschnittliche Vorjahresgehalt von Männern zu erreichen. Der Termin des Aktionstags errechnet sich auf der Grundlage der aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts.
Nach neuen Berechnungen des Statistischen Bundesamtes hat sich die durchschnittliche Entgeltlücke damit auf 22% verringert.

Originalartikel

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s