Umwelt- und tierrechtsbewusst konsumieren

Ich für meinen Teil lehne Tierhaltung und das Nutzen von Tieren/Tierteilen nicht grundsätzlich ab. Daher werde ich nie das ernsthafte Ziel haben vegan leben zu wollen. Was ich ablehne sind industrielle Massenproduktion und die damit einhergehende Degradation von Lebewesen zu Produkten. Bei der Herstellung von Produkten greifen zwangsläufig gängige rationalistisch-ökonomische Prinzipien. Lebewesen werden in sehr kurzen Produktzyklen hergestellt und verarbeitet. Lebewesen werden an den unbändigen Fleisch-/Tierproduktshunger des Weltmarktes und den Stand der Technik angepasst. Die Unterwerfung von Lebewesen an die exponentiell wachsende Technik ist entwürdigend und qualvoll. Die Grenzen in der Produktion sollten durch die Möglichkeiten der Lebewesen festgelegt werden und nicht umgekehrt. Die industrielle Massenproduktion von Fleisch und tierischen Produkten hat schon lange nichts mehr mit den Bauernhof-Bildern zu tun, die von unserem Wunschdenken vor unserer geistiges Auge projiziert werden. Bauernhöfe sind am Aussterben, die wichtigste Rolle spielen Tierfabriken.
Nur auf Fleisch zu verzichten ist angesichts der vorherrschenden Situation nur ein kleiner Beitrag. Wohl bemerkt besser als keiner. Doch wer sich mit den Produktionsabläufen beschäftigt wird schnell feststellen, dass nur ein tierrrechts- und umweltbewusster Konsum wirklich Sinn macht. Wer ein Bewusstsein für verschiedene Problempunkte hat, kann nach entsprechenden Alternativen Ausschau halten, die gewisse Kriterien und Standards einhalten. Tierhaltung ist aus meiner Sicht also nicht grundsätzlich zu verteufeln, doch man muss darauf achten wie die Tiere behandelt werden. Dies ist nicht nur aus Tierrechtsschutz wichtig, sondern auch aus sozialen und ökologischen Gründen. Veganer/innen stellen Tierhaltung häufig als völlig alternativlos dar. Das ist sie aber (meistens) nicht; wenn auch natürlich Kompromisse gemacht werden müssen.

Wir essen jeden Tag, wir kaufen mehrmals die Woche ein, wir geben Geld für Produkte aus. Wie diese Produkte hergestellt werden und wo sie herkommen bestimmen wir als Verbraucher. Geld regiert die Welt? Selbstverständlich! Also nutzen wir unsere Konsummacht und investieren unser Geld! Hierfür brauchen wir Verbraucher ein Bewusstsein über die Prozesse.

Ein guter Anfang ist es bereits sich mit dem Ökologischen Landbau zu beschäftigen. Niemand behauptet, dass er alles richtig machen würde. Doch zumindest hat dieser gegenüber der konventionellen Produktion eine Vielzahl an anspruchsvolleren Auflagen zu erfüllen. Bio-Produkte sind streng kontrollierte Lebensmittel. Nur die Bestandteile von Bio-Produkten lassen sich bis zum Hersteller zurückverfolgen.
Der Verzehr von Bio-Lebensmitteln ist aus sozialen, tierschutzrechtlichen und ökologischen Gründen geboten.

Nach der wichtigen Auseinandersetzung mit Veganismus, sollte man sich fragen, ob und wo man tierische Produkte ersetzen kann und will.
Wer nicht auf Fleisch verzichten möchte, sollte doch zumindest auf biologische und regionale Erzeugung achten. Wer gerne Kakao trinkt, sollte zumindest ausprobieren ob der denn nicht auch mit pflanzlicher Milch (Hafer-, Reis, Dinkelmilch usw.) schmeckt. Vielleicht muss es auch nicht jeden Tag Käse auf dem Brot geben? Meine Lederschuhe habe ich z.B. von einem Hersteller gekauft der in Europa produziert und Leder verarbeitet, das aus Europa stammt. Der Hersteller gerbt so weit es geht pflanzlich. Leider gibt es in dem Sinne kein Bio-Leder, also Leder, das defintiv aus der Bio-Haltung von Kühen stammt. Trotzdem besser als nichts!
Wer Schafwolle liebt, sollte wissen, dass diese oft sehr blutig und leidvoll gewonnen wird. Muss sie aber nicht. Also sollte man die Produzenten mit dem Kauf ihrer Produkte unterstützen, die Wert auf eine unblutige Wollgewinnung und würdige Tierhaltung legen.

Dies sind in Kürze also die Gründe warum ich versuche meinen Konsum an Tierprodukten niedrig zu halten bzw. zu reduzieren. Verzichten will ich auf sie jedoch nicht.

Vegan-Infos z.B. von Peta.
Wer sich gerne mal für 30-Tage als Veganer/in versuchen möchte, kann sich mit diesem „Probeabo“ begleiten und bestärken lassen.

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